Samstag, 12. September 2015

Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da...

und zwar seit gestern mit einem Schlag.
So wie ich das in den Nachrichten (Wettervorhersage) sehe, ist auch in Deutschland die Zeit der schönen und warmen Tage vorbei. Das mit der Temperatur wird hier bestimmt noch ne Weile dauern, aber das Wetter hat sich jetzt definitiv für Herbst entschieden.
Es wird Zeit, die Flip Flops ein- und die Gummistiefel auszupacken. Immer wieder gibt es kleine Regenschauer, die sich schon jetzt dauerhaft an den zahlreichen Pfützen bemerkbar machen, die nicht mehr verschwinden. Auch finden sich immer mehr Blätter auf dem Boden, was das Laufen in Flip Flops ziemlich erschwert. Ich meine diese Schuhe haben ja eh nicht den besten Halt und sind schon bei etwas Nässe sehr rutschig. Wenn es da noch etwas abwärts geht, ist Pinguinmarsch angesagt, damit man nicht umfällt. Also besser feste Schuhe.
Hat gestern aber auch nicht mehr viel geholfen, denn nach einem späten Besuch im Supermarkt um die Ecke kamen wir raus um in einen Platzregen zu geraten. Bereits die kurze Zeit im Supermarkt hat gereicht um die Straßen in Flüsse zu verwandeln. Unsere Hoffnung nach einem kurzen Schauer haben wir nach 10 Minuten warten dann aufgegeben und uns auf den Weg nach Hause gemacht. Bis zur letzten Kreuzung sind wir zwar gut nass geworden, aber es war halb so schlimm (so nass wie man bei Regen halt wird). Das Problem war dann nun diese Kreuzung. Hier treffen fünf große Straßen aufeinander und es gibt eine leichte Steigung. Diese Faktoren führen dazu, dass hier die größte Menge Wasser ankommt. Leider mussten wir einmal diagonal (bzw. über zwei Zebrastreifen) darüber. Nach kurzem Abwägen und beobachten, wie die Autos durch das Wasser fahren, wurde uns klar, das kein Weg irgendwie "trocken" auf die andere Seite führt. Also schnellen Schrittes durch das wadenhohe Wasser, das an den Bürgersteigen auch dank Strömung bis zum Knie hoch schnellte. Selbst wenn wir diesen Teil gemeistert hätten, hätten wir spätestens vor unserer Haustür die Füße nass bekommen, denn hier war auch der Bürgersteig geflutet.
Nun vollkommen durchnässt ging es schnell in die Wohnung trockene Kleidung anziehen und den restlichen Abend im Trockenen zu verbringen. Raus wollte nun keiner mehr.

Mittwoch, 9. September 2015

Betontod und -auferstehung

Ich hatte schon mal geschrieben, dass der größte Industriezweig Monterreys in der Zement- und Betonproduktion liegt. Der größte Abnehmer dabei scheint die Stadt selber zu sein. Dabei fließt das Material nicht nur in den Häuserbau (die mit Vorliebe komplett abgerissen und neu gebaut werden, anstatt diese zu renovieren), sondern ein Großteil landet einfach auf dem Boden. Denn neben der eigentlichen Straße, die aus Asphalt besteht, sind eigentlich alle anderen freien Flächen aus Beton gegossen. Seien es Bürgersteige, Parkplätze oder Einfahrten. Manchmal findet man auch Stellen, die so aussehen, als ob Steine verlegt wurden, aber das ist zu 90% einfach nur Beton, in den ein Muster gepresst wurde.
Und auch diese Flächen werden dann regelmäßig abgerissen, da die Oberflächen rissig werden oder absacken. Es ist erstaunlich, wie viele Häuser und Flächen in meinem Jahr hier schon dem Hammer (wir arbeiten ja immer noch bevorzugt mit der Hand) zum Opfer gefallen sind, um genau an der gleichen Stelle alles wieder neu zu gießen. Erst gerade wurde ein Parkplatz auf meinem Weg zur Arbeit aufgerissen, abgetragen und neu gegossen. Ich sehe bis auf ein paar Löcher, die vorher da waren keinen großen Unterschied und die hätte man doch auch sicher anders "stopfen" können. Aber die Mexikaner wissen halt wie man Arbeitsplätze schafft und so waren für diese Woche wieder 5 Leute beschäftigt.

Montag, 7. September 2015

Entomophobie?

Sie sind wieder da. Lange habe ich jetzt keine mehr gesehen, aber letzte Woche sind sie wieder aufgetaucht. Die Rede ist von den Riesen-Motten, die ich auch letztes Jahr schon gesehen habe.
Plötzlich sitzen sie wieder im Hausflur, auf Terrassen und an Hauswänden. Freitag Abend schwirrte auch eine direkt vor unserer Haustür um unsere Außenbeleuchtung. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich die einfach nur faszinierend finde, oder ob da auch ein bisschen Ekel mitschwingt. Immerhin haben die eine Spannweite von locker 15cm.

Der Samstag brachte aber noch mehr Überraschungen in Sachen Insekten mit sich. Direkt morgens begrüßte mich eine Kakerlake, die aus der Klopapierrolle (in Rainbow) kam und meinte über meine Hand rennen zu müssen, bevor sie auf den Boden gefallen ist.
Später am Tag bei einem Grillnachmittag mit den Crossfittern ist mir dann eine riesige Heuschrecke (Körperlänge bestimmt 5-6cm) ans Bein geflogen (jaaaaa, die fliegen, genau wie die Kakerlaken).
Ich habe ja eigentlich nichts gegen diese ganzen Viecher, aber irgendwie war das dann doch etwas zu viel großes Krabbeltier für einen Tag und ich war froh, ohne weitere Überraschungen nach Hause zu kommen und ein insektenfreies Zimmer vorzufinden.

Samstag, 5. September 2015

20 Pesos!

Nachdem ich letztes Mal so schlau war und es geschafft habe mein 20 Pesos-Stück (auf das ich sehr stolz war, denn die Dinger sind recht selten) auszugeben, habe es dieses Mal direkt zur Seite geräumt, damit mir das nicht noch mal passiert.
Die 20 Pesos Münze ist so wie der 10 Pesos Schein ein "Relikt" vergangener Geldproduktionen. Seit geraumer Zeit werden diese nicht mehr hergestellt, aber auch nie aus dem System entfernt. So kursieren noch die ein oder anderen Scheine (auch alte 500er und 200er) und Münzen. Und hin und wieder hat man dann das "Glück", diese als Wechselgeld zu erhalten.
Ich glaube ich werde mir meinen 20er gut aufbewahren und als Erinnerung an Mexiko behalten. So gibt es dann auch noch eine Münze weniger im System.

Donnerstag, 3. September 2015

Yo la conoci en un taxi

lalalalalaa..... ist ein Song aus den Charts, der hier gerade rauf und runter läuft. Handelt im Grunde davon, das jemand eine Frau kennenlernt, die das gleiche Taxi heranwinkt. Das Wort für heranwinken ist dabei doppeldeutig und das macht den Song dann besonders "lustig".
So gute Einführung zum Thema Taxi. Ich muss sagen meine anfängliche "Angst" alleine Taxi zu fahren, hat sich ziemlich schnell in Luft aufgelöst. Am Anfang hieß es noch, dass man als Ausländer mit wenig Spanisch-Kenntnissen immer mindestens doppelt zu viel bezahlen muss (man kann ja schlecht handeln mit dem Sprachproblem). Aber das war nur einmal der Fall. Ich habe immer darauf geachtet, dass die "Taximeter" direkt an waren und dann auch den entsprechenden Preis bezahlt. Damit man auch nach Tarif fahren kann, sollte man sich immer die grünen (Standarfarbe hier in Monterrey) Taxis suchen. Denn die privaten Taxifahrer fahren nur nach vorheriger Absprache und da sind die Preise deutlich teurer. Mit der Zeit kam dann auch das Selbstvertrauen und die ewige Warterei auf ein Taxi ließ mich dann auch das ein oder andere mal in ein Taxi ohne Taximeter steigen. War mir der Preis am Ende dann zu hoch habe ich das deutlich gesagt und so manches mal ein "Entschuldigung, ich wusste nicht das du dich auskennst" bekommen und den von mir angesetzten Preis.
Der große Unterschied zwischen den öffentlichen und privaten Taxis ist nicht nur die Farbgebung und Beschriftung (die privaten erkennt man häufig so gar nicht, nur die Lizenz hängt am Rückspiegel), sondern die Ausstattung und der Abnutzungsgrad. Die öffentlichen, grünen (selten auch weiß, aber das sind schon neuere Modelle) Autos sind meistens Nissan Tsuru, die ihre besten Tage schon lange hinter sich haben. Fast alles wurde irgendwie schon repariert und die Taxifahrer haben versucht, mit Sitzbezügen, Boxen, Farbe und zusätzlich in der Konsole verbauten Bildschirmen und Radios ihre Wagen zu ver(schlimm)bessern. Das ganze fällt dem entsprechend schon fast auseinander und man sitzt mehr auf Metallfedern als auf Sitzen.
Dafür fährt man aber fast immer für den günstigsten Preis und die meisten dieser Taxifahrer sind mehr als zuvorkommend und freundlich. Irgendwie schaffen die es auch jedes mal, mich in eine Konversation zu verwickeln und was passiert, wenn man Deutschland erwähnt, hat Robin ja schon mal passend beschrieben.